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Wenn die Wirtschaft Kippt

Wenn die Wirtschaft kippt – warum Empfehlungsmarketing dann wächst

Diese Frage kam diese Woche in einem Gespräch in unserem Team auf, ein echter, berechtigter Gedanke, den viele Menschen haben, wenn sie ernsthaft über Empfehlungsmarketing nachdenken.

„Was passiert eigentlich, wenn die Wirtschaft wirklich kippt? Wenn Menschen sparen müssen – hören sie dann nicht als Erstes mit Vitalstoffen und solchen Produkten auf? Und bricht dann nicht das ganze Konzept weg?“

Ich habe früh Vertrauen in die Robustheit dieses Modells entwickelt – durch meine eigene Recherche und durch Coachings mit erfahrenen Menschen wie Gabi Steiner oder der Beobachtung von Eric Worre und anderen, die dieses Business durch mehrere Wirtschaftszyklen begleitet haben. Sie ist vernünftig und verdient eine ehrliche Antwort.


Das Muster, das sich immer wiederholt

Die Rezession der frühen 1980er Jahre gilt als eine der schwersten wirtschaftlichen Einbrüche der Nachkriegszeit: hohe Inflation, steigende Arbeitslosigkeit, Unsicherheit auf breiter Front. In genau dieser Phase begann Herbalife seinen weltweiten Aufstieg, und Pampered Chef – heute Teil von Warren Buffetts Berkshire Hathaway – gewann seine ersten hunderttausend Kunden. Viele der heute bekannten Empfehlungsmarketing-Organisationen wurden in dieser Dekade groß.

Beim Dotcom-Crash 2001 und in der Finanzkrise 2008 zeigte sich dasselbe Bild: Amway wuchs 2009 um über zwei Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar – während Banken kollabierten und Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz verloren. 2010 folgte weiteres Wachstum von fast zehn Prozent.

Das ist ein Muster: Je mehr die linke Seite des Quadranten unter Druck gerät, desto mehr Menschen stellen sich zum ersten Mal die Frage, die sie in ruhigen Zeiten immer aufgeschoben haben – wie baue ich mir eine zweite Einkommensquelle auf?

Der Grund dafür liegt im Modell selbst: Der Cashflow-Quadrant unterscheidet vier Wege, Einkommen zu erzielen – auf der linken Seite tauschen Angestellte und Selbstständige Zeit gegen Geld, auf der rechten Seite (B und I) bauen Unternehmer und Investoren Systeme auf, die auch ohne ihre eigene Anwesenheit weiterlaufen. Ich bin in Warum arbeiten wir? Die Frage, die alles verändert – wenn man sie wirklich ernst nimmt genauer darauf eingegangen. Empfehlungsmarketing ist einer der wenigen Wege in diesen B-Quadranten, der ohne Startkapital, ohne Kündigung und ohne Sprung ins Leere funktioniert. Und dieser Einstieg wird in Krisenzeiten nicht unattraktiver – er wird dringlicher.


2020 – der Praxistest

Die COVID-Pandemie habe ich in Echtzeit beobachtet, live in unserem eigenen Netzwerk.

Im März 2020 war die erste Reaktion bei vielen Angst. Läden schlossen, Veranstaltungen wurden abgesagt, persönliche Treffen waren plötzlich nicht mehr möglich. Für viele Partner in Empfehlungsmarketing-Netzwerken brach das Fundament ihrer bisherigen Arbeitsweise weg: keine Präsenzabende, keine persönlichen Gespräche beim Kaffee.

Wer starr geblieben ist und auf den Moment gewartet hat, bis alles wieder normal wird, hatte Einbußen. Wer dagegen flexibel reagiert hat – auf Online-Meetings umgestellt hat, persönlichen Kontakt über digitale Kanäle aufrechterhalten hat, weiterhin sichtbar geblieben ist – der hat nicht nur gehalten, sondern ist gewachsen.

In Gabi Steiners Netzwerk, einem der größten und erfahrensten im deutschsprachigen Raum, war genau das zu beobachten. Nicht alle Linien haben profitiert, aber die bewegliche Mehrheit hat 2020 mehr Anfragen erhalten als in ruhigen Jahren davor. Menschen, die vorher kein Interesse hatten, meldeten sich. Menschen, die Angst hatten, ihren Job zu verlieren. Menschen, die plötzlich sehr real gespürt haben, was es bedeutet, von einer einzigen Einkommensquelle abhängig zu sein.

Der Kern dabei: Nicht das Virus hat das Empfehlungsmarketing wachsen lassen, sondern die Erkenntnis, dass ein Gehalt allein ein sehr dünnes Seil ist.


Die falsche Frage

Wenn man über Empfehlungsmarketing und Krisen spricht, stellt man meist die Frage: „Hält das Konzept einer Krise stand?“ Die eigentlich entscheidende Frage lautet aber: „Wer ist in einer Krise am verletzlichsten – und wer nicht?“

Wer als Angestellter oder Selbstständiger von einer einzigen Einkommensquelle abhängt, hat in einer Krise genau null Spielraum. Der Arbeitgeber kürzt die Stunden, der Auftraggeber pausiert den Vertrag, der Umsatz bricht ein – und das Einkommenskartenhaus fällt. Genau das hat 2020 für Millionen Menschen stattgefunden, weil die linke Seite des Quadranten strukturell verwundbar ist.

Wer dagegen ein Netzwerk aufgebaut hat, das nicht von seiner persönlichen Anwesenheit abhängt – ein System, das weiterläuft, weil andere Menschen darin aktiv sind – der hat in einer Krise etwas, das die meisten nicht haben: einen zweiten Boden. Nicht weil Krisen gut sind, sondern weil ein System, das auf dem Wohlergehen von Menschen aufgebaut ist – auf Gesundheit, auf gegenseitiger Empfehlung, auf echter Verbindung – krisenfester ist als ein Gehalt, das an einem einzigen Arbeitgeber hängt.


Und die Produkte?

Bleibt die Frage: Was ist mit den Produkten selbst? Sparen Menschen in Krisen nicht bei Vitalstoffen?

Menschen werden in Krisen tatsächlich sparsamer, aber die eigentliche Frage ist nicht, ob sie sparen, sondern wo sie sparen und woran sie festhalten.

Die Marktdaten zeigen: Gesundheitsbewusstsein steigt in Krisen, statt zu sinken. Die Firma The Vitamin Shoppe in den USA verzeichnete während der Finanzkrise 2008/09 zwanzig Prozent mehr Neukunden als im Vorjahr. In Deutschland wuchs der Nahrungsergänzungsmittel-Markt trotz Inflation der vergangenen Jahre konstant weiter – heute nutzen sieben von zehn Deutschen entsprechende Produkte.

Der Grund ist psychologisch nachvollziehbar: Wenn Menschen das Gefühl haben, die äußere Welt nicht kontrollieren zu können, kümmern sie sich intensiver um das, was sie kontrollieren können – ihren Körper, ihre Energie, ihre Gesundheit. In Krisenzeiten werden Gesundheitsausgaben nicht als Luxus gesehen, sondern als das letzte, was man wirklich in der Hand hat.

Es gibt trotzdem Schwankungen, aber die Kategorie als Ganzes gehört zu den stabilsten überhaupt.


Was die KI damit zu tun hat

In Warum KI dich vielleicht nicht trifft — und warum doch habe ich beschrieben, was die KI-Revolution gerade mit der linken Seite des Quadranten macht. Das Weltwirtschaftsforum schätzt, dass bis 2030 Hunderte Millionen Jobs weltweit transformiert oder verdrängt werden – vor allem in genau den Berufsfeldern, in denen viele von uns arbeiten: Verwaltung, Sachbearbeitung, HR, Buchhaltung, Kundenservice. Das ist keine ferne Zukunft, sondern passiert bereits jetzt.

Wir stehen damit nicht vor einer möglichen Krise, sondern mitten in einem strukturellen Wandel, der die linke Seite des Quadranten systematisch unsicherer macht – leise, Schritt für Schritt statt mit lautem Knall.

Genau deshalb ist die Frage „Hält Empfehlungsmarketing einer Krise stand?“ nicht nur akademisch, sondern die relevanteste Frage, die jemand stellen kann, der auf der linken Seite steht und merkt, dass der Boden unter seinen Füßen dünner wird.

40 Jahre Wirtschaftsgeschichte geben darauf eine klare Antwort: Ja, und oft gerade wegen der Krise, nicht trotz ihr.


Was der richtige Moment ist

Es gibt eine Denkfalle, in die viele tappen: „Ich fange an, wenn die Lage stabiler ist.“ Nur: stabiler als was? Wenn die Wirtschaft boomt, braucht man es scheinbar nicht dringend, wenn sie kippt, ist die Unsicherheit da, und wenn alles ruhig ist, läuft es ja auch so – irgendeinen Grund zum Warten findet man immer.

Der richtige Moment ist nicht der, in dem die äußeren Bedingungen stimmen, sondern der, in dem du erkennst: Du willst nicht darauf warten, dass etwas kippt, bevor du anfängst, einen zweiten Boden zu bauen.

Jim Rohn – Mentor von Tony Robbins und einer der klarsten Köpfe, die ich in diesem Bereich kenne – hat sinngemäß etwas Ähnliches beschrieben: Im Jahr eins arbeitest du für das Einkommen, im Jahr drei arbeitet das System bereits für dich. Wer heute anfängt und dran bleibt, hat in drei Jahren etwas, das funktioniert – unabhängig davon, was die Wirtschaft bis dahin gemacht hat.

Wer wartet, arbeitet nicht gegen eine Theorie, sondern gegen die Zeit und gegen das eigene zukünftige Ich.


Was jetzt?

Wenn du die drei Artikel gelesen hast – über die KI-Revolution, über den B-Quadranten-Weg, und nun über die Frage der Krisenstabilität – dann hast du ein ehrliches, wenn auch nicht vollständiges Bild.

Ich nenne das die Finanzgesund-Reihe: eine kostenlose E-Mail-Reihe, die das alles ruhig aufdröselt – das Transformationsprinzip, wie ein erster Schritt aussehen kann, und was andere daraus gemacht haben, die in ähnlichen Situationen waren.

Kein Pitch. Kein Druck. Einfach ein paar E-Mails, die ich mir selbst gewünscht hätte, als ich anfing, diese Fragen zu stellen.

Jan Bieler

Jan Bieler schreibt seit 2012 über das, was wirklich zählt: mehr Energie im Alltag, mehr Freiheit im Leben – und das Gefühl, zur richtigen Sache beizutragen. Er glaubt, dass gutes Arbeiten mit dem eigenen Wohlbefinden beginnt – körperlich, finanziell und im Miteinander. Wenn dich das anspricht, bist du hier genau richtig.

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